Die 8. kleine Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts verhandelt morgen (14.3.) einen Raub aus Liebe. Aus tiefster Liebe zu einem kleinen Kurzhaar-Chihuahua namens „Ginger“. Da ist die 28 Jahre alte Angeklagte Gamze A. und ihre langjährige Freundin, die Zeugin F.. Während ihrer mehrjährigen Beziehung schafften sich die beiden „Ginger“ an. Doch wie das Leben so spielt: Es kam zur Trennung der beiden Damen und die F. behielt den süßen „Ginger“.

Am 24. April 2017 kam es in Wichlinghausen dann zum Show-down: Die F. saß in ihrem geparkten Auto und hatte „Ginger“, der zur Tatzeit einen niedlichen blauen Pullover trug, auf ihrem Schoss. Gamze A. trat an das halb geöffnete Autofenster heran, begann ein Gespräch mit der Zeugin und streichelte den Hund.

Als der neue Lebensgefährte der Zeugin dann auch noch auftauchte, kam es zum Streit. Plötzlich griff Gamze A. nach „Ginger“ und zog ihn durch das Fahrzeug-Fenster an sich. Die F. versuchte, „Ginger“ zwar noch am Pullover festzuhalten, aber vergeblich. Gamze A. entriss ihr „Ginger“ und entfernte sich mit dem Hund vom Ort der Tat.

Zu sieben Monaten verurteilt

Bereits in erster Instanz hat das Amtsgericht Wuppertal die Angeklagte Gamze A. wegen Raubes von „Ginger“ zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Da die Angeklagte mehrfach vorbestraft war und zur Tatzeit unter sogenannter laufender Bewährung stand, wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Hiergegen hat Gamze A. Berufung eingelegt. Morgen wird sich nun die Landgerichts-Kammer unter Vorsitz von Richter Dr. Karsten Bremer mit dem Raub des „Ginger“ beschäftigen.

Zum weiteren Schicksal des Hundes: Die Angeklagte und die F. sollen nach der Tat eine Umgangsvereinbarung getroffen haben, wonach „Ginger“ tageweise bei der Angeklagten und tageweise bei der Zeugin F. leben soll.