Studium und Arbeit parallel, geht das? Immer mehr junge Erwachsene muten sich die Doppelbelastung eines dualen Studiums zu: Entweder praxis- oder ausbildungsintegriert. Beim praxisintegrierenden Modell wird das dreieinhalbjährige Bachelorstudium mit Praxisphasen im Betrieb kombiniert. Ausbildungsintegrierte duale Studiengänge verbinden das Studium mit einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Es wird also neben dem Studienabschluss zum Bachelor noch ein zweiter anerkannter Abschluss, zum Beispiel in einem IHK-Ausbildungsberuf, erworben.

Maria Isabel Fernández Garcia, 20, wollte nicht jahrelang in der Uni sitzen. "Nur die Theorie zu hören, erschien mir recht langweilig", sagt sie. Ähnlich dachte auch Hannah Struck, 21. Beide wollten Theorie und Praxis kombinieren. So bewarben sie sich 2015 für ein ausbildungsintegriertes duales Studium bei „Coroplast“, Wuppertals Global Player in den Geschäftsfeldern Technische Klebebänder, Kabel & Leitungen und Leitungssatzsysteme. Neben ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau im Coroplast-Headquarter an der Wittener Straße, studieren Maria Isabel und Hannah am Hochschulzentrum Wuppertal der FOM Hochschule „International Management“ mit dem Ziel, Bachelor of Arts (B.A.).

Der anfänglich deutsch- später englischsprachige Bachelor-Studiengang “International Management“ der FOM qualifiziert Studierende für das internationale Business. Das Studium vermittelt grundlegendes betriebswirtschaftliches Fachwissen unter anderem in den Bereichen Human Resources, Rechnungswesen, Marketing und Wirtschaftsrecht.

Für eher gemütliche Schulabgänger ist der straff strukturierte Ausbildungsplan in einem dualen Studiengang allerdings nichts. Zweimal in der Woche, wenn die Kollegen bereits den Feierabend genießen, gehen die beiden Azubis von 18:00 bis 21:15 Uhr und an jedem zweiten Samstag im Monat in ihre Hochschule an der Kleinen Klotzbahn. Und das jetzt schon im vierten Semester. Es sei schon manchmal hart, gesteht Hannah, die ja auch noch zusammen mit ihrer Kollegin den Ausbildungsalltag bewältigen muss. Schließlich besteht Berufsschulpflicht. Es sei viel Stoff in relativ kurzer Zeit zu lernen. “Aber mit etwas Engagement ist das alles schon zu schaffen“, ergänzt sie bescheiden. „Und der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall – die Kombi aus Studium und Praxis ist wirklich spannend.“

Man nehme doch viel aus dem Studium mit in die Ausbildung, ist sich Maria Isabel, die erst vor 10 Jahren aus dem mexikanischen Cancún nach Deutschland gekommen ist, sicher. Auch ihr scheint die Doppelbelastung wenig auszumachen. „Die Kombination aus Ausbildung und Studium ist für mich optimal.“ Etwas stressig, so vermutet sie, werde vielleicht die Zeit vor der bald anstehenden IHK-Prüfung, „wenn gleichzeitig auch Klausuren im Studium anstehen werden.“ Um die dual Studierenden bestmöglich zu unterstützen, bietet Coroplast, das in diesem Jahr sein 90-jähriges Firmenjubiläum feiert, beispielsweise lernfreie Nachmittage an. „Es ist wirklich eine große Hilfe, dass Coroplast so viel Verständnis für unsere Situation zeigt.“

So viel Lob hört Carolin Rüthers, in der Coroplast-Personalabteilung zuständige Referentin für die derzeit rund dreißig kaufmännischen und gewerblichen Auszubildenden am Standort Wuppertal, natürlich gerne. Seit 2014 gebe es eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Coroplast und der FOM, erläutert Carolin Rüthers. „Wir haben länger in diesem Umfeld nach einem geeigneten Kooperationspartner gesucht“, so die Personalreferentin weiter. „Uns ist es natürlich wichtig, das der Studiengang auch zu uns passt. Das ist beim „International Management“ der Fall, auch weil wir als Unternehmen mit 11 weltweiten Standorten global aufgestellt sind.“

In einem Jahr werden Hannah und Maria Isabel vor der IHK erst einmal ihre Prüfung zur Industriekauffrau ablegen. Danach kommt das Bachelor-Examen. Und wie geht es dann weiter? So genau wissen das die beiden noch nicht. "Erst einmal die Prüfungen schaffen.“ Nur: Wer so viel Engagement zeigt, der muß sich um seine berufliche Zukunft sicherlich keine Sorgen machen. 


Über Coroplast

Coroplast ist ein international agierendes, unabhängiges Familienunternehmen, das weltweit rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen gehört in seinen Geschäftsbereichen Technische Klebebänder, Kabel & Leitungen und Leitungssatzsysteme zu den Technologieführern. Neben Deutschland ist Coroplast auch in Polen, China, Tunesien, den USA, Mexiko und Moldawien mit eigenen Werken vertreten.